Früher waren Hausgeburten normal. In den Niederlanden hat man es verstanden, an der Tradition der Hausgeburten festzuhalten. Über 30 % (circa 60.000) der Kinder im Land kommen im trauten Heim zur Welt. Inzwischen weiß man, dass Hausgeburten genauso sicher sind, wie Klinikgeburten. Eine häusliche Umgebung und Vertrauen in die eigene, weibliche Kraft, schafft die beste Bedingung, den Adrenalinspiegel der gebärenden Frau niedrig zu halten. Ein niedriger Adrenalinspiegel ist ein wichtiger Faktor, um gute kräftige Wehen zu bekommen und die körpereigenen Schmerzmittel (Endorphine) frei zu machen. Die Frau übernimmt damit auf ihrer Ebene eigene Initiative und Verantwortung für die Geburt. Die Hebamme tut das ihre auf ihrer Ebene, indem sie die Frau unterstützt, geduldig ist und darauf achtet, dass alles in Ordnung ist (www.hebammensuche.de).
Die Wahl des Geburtsortes hat meist weitreichende Auswirkungen auf den Stillerfolg. Deshalb muss er wohlüberlegt sein. Es ist erwiesen, dass Frauen, die zu Hause, in ihrer natürlichen Umgebung entbunden haben (www.privatgeburt.de, www.geburtspool.de) und in diesem speziellen Fall von Anfang an von einer kompetenten Stillberaterin begleitet wurden (www.bdl-stillen.de, www.stillen-info.de), generell am wenigsten Stillprobleme haben (siehe auch „Erfolgsgeschichten“).
Informieren Sie sich deshalb gut darüber, wo Ihr Baby zur Welt kommen soll, und treffen Sie dann Ihre persönliche Entscheidung.

Hier sehen Sie ein Baby mit Lippen-Kieferspalte, das zu Hause zur Welt gekommen ist. Dieses Kind erfährt in geschützter Geborgenheit die gleiche liebevolle Aufmerksamkeit wie ein Baby ohne Spalte. Die Hausgeburtshebamme hat mit ihrer Erfahrung und ihrem Wissen die Eltern von Beginn an beim Umgang mit dem besonderen Kind unterstützt. Die kleine Ida-Marie ist inzwischen operiert worden. Nur noch ein dünner Strich auf der Lippe erinnert an ihre Spalte.
Die Geburt eines Kindes mit einem Handicap ist für die Eltern, aber auch für das Gesundheitspersonal meist traumatisch.
Eine isolierte Lippe-Gaumenspalte ist jedoch weder eine Krankheit, noch tut sie dem Kind weh. Das Kind weiß nicht, dass sein Aussehen nicht der üblichen "Norm“ entspricht. Folglich hat es die gleichen Bedürfnisse, Wünsche und Rechte, wie jedes andere gesunde Kind. Auch hier handelt es sich um ein gesundes Kind, mit einer reparablen Spaltfehlbildung, welches es nicht in Lebensgefahr bringt. Nach der Geburt wird es weder Schwierigkeiten haben zu atmen, noch mit seinen Eltern zu kommunizieren. Fazit: es soll wie jedes andere Neugeborene behandelt werden.
Es kann, soll und darf nach der Geburt bei seiner Mutter bleiben, weil es ihre Nähe braucht! Es besteht in kleinster Weise ein Grund zur Panik, denn das schadet dem Bonding (das Wachsen einer, gerade in diesem Fall, so wichtigen stabilen Mutter-Kind-Bindung) und stört den Beginn der Stillbeziehung empfindlich.
Die Spalte ist eine sehr auffällige Fehlbildung: Das Krankenhauspersonal sollte, nachdem weitere Anomalien ausgeschlossen wurden, der Mutter dabei behilflich sein, eine "normale“ Beziehung zu ihrem Kind aufzubauen. Eine längere Trennung kann dem Beziehungsaufbau stören, was unbedingt zu vermeiden ist. Durch das andere Aussehen des Kindes, geschieht das leider immer noch sehr häufig, obwohl sehr wahrscheinlich keine physischen Probleme zu erwarten sind, die eine Trennung nötig machen.

Die Eltern werden rücksichtsvoll und freundlich und sensibel über die Spalte ihres Kindes informiert.
Den Eltern wird Zeit und Ruhe gegeben, um ihr Kind willkommen zu heißen (Bonding)
Es ist klar, dass das Kind untersucht werden muss, um andere Behinderungen etc. auszuschließen (nur 2% haben tatsächlich welche). Die Trennung soll so kurz wie möglich sein!
Werden keine Krankheiten oder ein Syndrom diagnostiziert, gehört das Kind wieder zu seiner Mutter (Rooming in)!!!
Hautkontakt mit der Mutter wird ermöglicht (nicht anziehen!) und so bald, wie möglich zum Stillen angelegt (Idealer Weise innerhalb der ersten halben Stunde nach der Geburt, zumindest innerhalb der nächsten 2 Stunden!!!) In den ersten Stunden nach der Geburt ist jedes Neugeborene in einem besonders wachen Zustand und auch sein Saugreflex ist sehr ausgebildet. Beim ersten Anlegen erhalt es eine positive „Prägung“, was den weiteren Stillverlauf fördert.
Die Mutter wird informiert, welche Vorteile Muttermilch und Stillen für sich und ihr Kind haben.
Die Mutter wird über die verschiedenen Techniken der Muttermilchgewinnung informiert. Auf der Station befinden sich elektrische Brustpumpen und das Personal ist mit dem Gebrauch vertraut. Die Mutter beginnt so schnell wie möglich mit der Kolostrumgewinnung!
Das Personal informiert und zeigt der Mutter verschiedenen Techniken des Stillens, sowie günstige Stillpositionen.
Wie jedes andere gesunde, termingerecht geborene Baby, ist keinerlei Routine-Zufütterung nötig, wenn die Mutter ihr Kind nach der Geburt häufig anlegt und mit der Milchgewinnung beginnt. Die geringe Menge reicht dem Kind in den ersten Tagen nach der Geburt (tgl. Wiegen, Gewichtsverlust in den ersten Tagen nicht über 10%) Es soll bedacht und einkalkuliert werden, dass die Gewichtszunahme bei Spaltkindern nicht mit einem „normalen“ Kind verglichen werden kann!
Eine Zufütterung (mit künstlicher Milch oder Glucose) durch die Flasche, kann ein Neugeborenes verwirren, da sich das Trinken an der Flasche, was die Mundbewegungen angeht, komplett vom Trinken an der Brust, unterscheidet. Zudem wird sein Magen, der die Größe einer Nuss hat, überfüllt. Jede Zufütterung (auch Muttermilch) sollte mit einem Löffel, einer Spritze (ohne Nadel!) oder direkt AN der Brust geschehen, während das Baby angelegt ist (siehe „Zufütterung“).
Noch am Geburtstag kommt ein Kieferchirurg, um eine Mund-Nasen-Trennplatte, auch Gaumenplatte genannt, anzufertigen (nicht bei Weichgaumenspalte), die hilfreich bei der Ernährung sein kann, aber vor allem die Aufgabe hat die Zunge in ihre natürliche Position zu bringen (Verhinderung einer Zungenfehlstellung).
Ist das Kind gesund und hat eine ausschließliche Spaltfehlbildung, so ist eine Magensonde unnötig! Die Menge des Kolostrums ist so minimal, dass es zu keinem Verschlucken kommen kann und selbst wenn: es handelt sich um eine physiologische Flüssigkeit, mit vielen Antikörpern!

Legen Sie Ihr Kind so oft an, wie es Interesse zeigt (mindestens alle 4 Stunden, besser öfter).
Wenn es länger als 4 Stunden schläft, wecken Sie es.
Je häufiger Ihr Kind an der Brust ist, desto schneller lernt es zu stillen und je mehr Milch wird gebildet (mit Hilfe der Elektrischen Pumpe)
Die Regel, dass in den ersten sechs Wochen kein Nuckel gegeben werden soll, gilt auch hier. Nutzt das Original und nicht ein Ersatzprodukt! Die Brust ist nicht nur zur Ernährung da, sondern stillt viele Bedürfnisse des Kindes! Wenn Sie meinen, dass später unbedingt ein Nuckel nötig ist (das gilt für alle Kinder!), benutzen Sie ihn so selten wie möglich, nur in besonderen Situationen, für kurze Zeit (im Auto, auf der Straße). Wählen Sie einen der in der Form der Mutterbrust ähnlich ist (tropfenförmig, nicht kirschförmig!)
Regel: Ein Kind wird die Brust als Nahrungsquelle akzeptieren, wenn es durch sie Sättigung erfährt. Es assoziiert "Brust = Sättigung = Wohlbefinden“. Wenn das nicht der Fall ist, wird es lernen, dass die Brust unbefriedigend ist und wird sie früher oder später ablehnen. Deshalb ist jede Zufütterung AN der Brust sinnvoll.
Durch die Brust werde ich nach der Geburt wieder Eins mit meiner Mama!
Auch ich möchte das Original, und keinen Ersatz aus Gummi!
Jedes Hilfsmittel soll das Stillen unterstützen und nicht untergraben!
"Nach der Geburt will ich bei meiner Mama bleiben!"
Nur in einer Umgebung, die sensibel ist für die Bedürfnisse von Mutter und Kind, kann sich eine Stillbeziehung ungestört und ohne Probleme manifestieren.
Besonders, wenn ein Kind mit besonderen Bedürfnissen geboren wird!