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Stillen bei Spalte

Stillen ist mehr als nur Ernährung: Jeder Tropfen Muttermilch ist kostbar für ihr Kind!

Die Wichtigkeit der Muttermilch und des Stillens

Muttermilch ist die Nahrung, die die Natur für ein Neugeborenes vorgesehen hat. Sie ist so perfekt, dass sie sich sogar den Bedürfnisse des Kindes anpasst, je nach Tageszeit, Gesundheitszustand und Wachstumsphase. Sie ist vollständig, was die Inhaltsstoffe angeht und enthält viele wichtige Immunglobuline und Antikörper, die das Kind vor Krankheiten und Allergien schützen. Muttermilch ist folglich besonders wichtig für ein spaltfehlgebildetes Kind, weil es vor vielen Krankheiten (u.a. Mittelohrentzündungen) und Allergien schützt. Die Mundbewegungen beim Stillen stärken die Gesichtsmuskulatur und optimieren das Operationsresultat! Außerdem passt sich die Mutterbrust ideal den veränderten Mundverhältnissen an (anders, als beim Flaschensauger).

Des weiteren, und das wird sehr häufig vergessen: auch für die Mutter bedeutet Stillen (und Abpumpen) Gesundheit, denn durch den besonderen Hormonstatus reduzieren sich die Gefahr von postpartalen Nachblutungen, mütterlichen Stresses und das Risiko, später im Leben an diversen Krebsarten zu erkranken!

WHO & Unicef empfehlen sechs Monate ausschließliches Stillen, dann die langsame Einführung von geeigneter Beikost, wobei diese die Muttermilch nicht ersetzten, sondern ergänzen soll. Es sollte bis über das 2. Lebensjahr hinaus weitergestillt werden, solange es Mutter und Kind wünschen!

Es ist normal, dass ein spaltfehlgebildetes Baby die Mutterbrust (zumindest am Anfang), nicht mit der gleichen Kraft leeren kann, wie ein "normales“ Baby. Das heißt jedoch nicht, dass es nicht an die Brust gehört.

Es braucht mehr Zeit! Jedes Kind hat ein anderes Trinkverhalten, was in Bezug auf Spaltkinder bedeutet: Manche lernen schnell, auch ohne Hilfsmittel die Brust zu leeren, andere, besonders, wenn der Gaumen betroffen ist, brauchen die Zufütterung bis zur Verschlussoperation. Die frühe Herstellung einer physiologischen Mundanatomie kommt auch dem Stillen zugute Operation).

Zum Thema Gaumenplatte/Ernährungsplatte/Trinkplatte/Mund-Nasen-Trennplatte lesen Sie bitte das Interview mit Prof. Dr. Robert Sader

Jedes Neugeborene wird mit der natürlichen Fähigkeit geboren sich an der Brust ernähren zu können.

Eine isolierte Lippenspalte oder Lippenkieferspalte ist meist kein Stillhindernis. Die Schwierigkeit ist bei Babys mit einer Gaumenspalte gegeben.

Problematik Stillen bei Gaumenspalte

Um die Brustwarze und einen Teil des Warzenvorhofs bis hin zum weichen Gaumen einzusaugen und korrekt positionieren zu können ist das Erzeugen eines Unterdrucks (Saugvakuum) nötig. Dann beginnt das Kind die Brust mit der Zunge und dem Unterkiefer zum Gaumendach hin „auszumelken“. Das Gaumensegel dichtet dabei die Mundhöhle zum Rachen hin ab. Besteht eine Gaumenspalte, so ist dieser Vorgang nicht möglich, weil das Gaumendach offen ist. Ein guter Saugschluss unterstützt auch den Milchspendereflex, welcher die Milch freigibt. Ohne dieses Saugvakuum kann das Baby also die Brustwarze nicht richtig ansaugen und sie nicht in die zum Ausmelken nötige Form bringen. Auch das Auslösen des Milchspendereflexes kann erschwert sein.

Positiver Druck = Milchspendereflex = Milch fliesst durch Oxytocin Ausschüttung mit Druck aus der Brust plus mechanische Bewegung mit der Zunge
Auch bei Kind mit Spalte möglich, zu vergleichen mit Kuh von Hand melken. Wirkt über Berührung und Hormone.
D.h. diesen Teil können wir fördern, um nach der Gaumenplastik ein optimales Muskeltraining durch das Stillen zu erhalten. Ganz abgesehen von dem Mutter/Kindkontakt.

Negativer Druck = Vakuum beginnt, wenn hinterer Teil der Zunge den weichen Gaumen berührt
Bei Gaumenspaltkind nicht möglich.

Aus dieser Problematik heraus entstand der Trugschluss, dass das Stillen bei Spaltbildung nicht möglich sei. Beim Spaltsillen, wo der Gaumen betroffen ist, kommt es jedoch zunächst in keinster Weise darauf an, dass sich das Baby selbst- und vollständig alleine und ohne Hilfe über die Brust ernährt, sondern es ist NATÜRLICH auf unsere Hilfe angewiesen! Speziell ausgebildetes Fachpersonal kann Ihnen zeigen, wie das Stillen funktioniert, wenn eine Gaumenspalte vorliegt.

SIE können lernen, wie man den Milchspenderreflex auslöst, bevor das Baby angelegt wird,
SIE sorgen durch Pumpen für eine ausreichende Milchbildung und
SIE helfen dem Baby durch bestimmte Stillpositionen und Handgriffe, wie es die Brust im Mund behalten kann.
SIE haben die Möglichkeit, das Baby durch spezielle Stillhilfsmittel AN der Brust zuzufüttern, damit eine Flaschenfütterung unnötig ist und das Baby satt wird.

Auf dieser Homepage wird Ihnen gezeigt, wie das Spaltstillen funktioniert!

Andrea und Robert

Erfahren Sie hier interessante Details zur Gewinnung von Muttermilch

Lesen Sie hier den Kommentar von der österreichischen Logopädin Mathilde Furtenbach „Stillen aus logopädischer Sicht"

Positionen, die das Stillen bei LKG erleichtern

Wiegehaltung mit Hilfe eines Stillkissens und des C-Griffes (Mutter hält mit ihrer Hand ihre Brust im C-Griff)

DanCer-Griff: Dieser Griff hilft dem Kind, die Brust „satter“ zu erfassen.

"Hoppereiter"-Sitz

Rückenhaltung

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Lasst ihm Zeit und seid geduldig! Stillen lernt man nur AN der Brust!

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